Projekte
Hier können Sie mehr über meine aktuellen Projekte und künstlerischen Konzepte erfahren.
Heimatlosigkeit – ein musikalisches Projekt
In meinem aktuellen Konzertprogramm widme ich mich dem vielschichtigen Thema der Heimatlosigkeit – ein Zustand, der geografisch, seelisch und kulturell erlebt werden kann. Die ausgewählten Werke beleuchten dieses Gefühl auf sehr unterschiedliche Weise: historisch, spirituell, aber auch ganz persönlich durch die Biografien der Komponisten.
Zentral im Programm steht Musik von Alexandre-Pierre-François Boëly (1785–1858), einem französischen Organisten und Komponisten, dessen Werk sich jeder strengen stilistischen Schublade entzieht. Boëly verband alte barocke Formen mit Elementen der Spätklassik und Frühromantik – ein Brückenschlag, der in seiner Zeit wenig verstanden wurde. Seine Ernsthaftigkeit an der Orgel kostete ihn sogar sein Amt in der Pariser Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois: Der zuständige Pfarrer entließ ihn mit der Begründung, Boëly spiele „zu seriös“. Ein Künstler, der seiner Zeit fremd war – und damit exemplarisch für das Gefühl von innerer Entwurzelung.
Neben Boëly erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, insbesondere der Choral „An Wasserflüssen Babylon“, dessen Text die babylonische Gefangenschaft der Israeliten thematisiert – ein Sinnbild religiöser und kultureller Heimatlosigkeit. Diese Thematik findet auch in der Orgelbearbeitung der Ouvertüre zu Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ ihren musikalischen Ausdruck. Beide Werke spiegeln Schmerz, Sehnsucht und Hoffnung eines Volkes wider, das sich fern seiner Heimat wiederfindet.
Ergänzt wird das Programm durch Musik von César Franck (1822–1890), geboren in Lüttich von deutschstämmigen Eltern, zeitlebens jedoch eng mit Paris verbunden.
Dieses musikalische Projekt lädt ein zu einer Reise durch Zeit, Raum und Identitäten. Es fragt danach, was „Heimat“ bedeutet – und wie wir mit ihrem Verlust umgehen.

Orgel um 12
Seit Sommer 2023 betreue ich die Mittagskonzertreihe «Orgel um 12» an der Thomaskirche organisatorisch. In Kooperation mit dem Kirchenmusikalischen Institut der HMT Leipzig gestalten junge Organistinnen und Organisten an fünf Dienstagen im Juni und Juli rund 30-minütige Konzerte. Die Reihe bietet ihnen ein Podium, ihr Können an einem traditionsreichen Ort zu präsentieren – und lädt das Publikum ein, zur Mittagszeit innezuhalten und die Vielfalt der Orgelmusik neu zu entdecken.
Arcadiva
Erfahren Sie mehr über das Projekt Arcadiva, das in Zusammenarbeit mit der renommierten Sopranistin Simone Kermes entstanden ist. In der unterstehenden PDF-Datei finden Sie weitere Informationen zu diesem außergewöhnlichen musikalischen Vorhaben, das traditionelle Liedkunst und moderne Musik auf einzigartige Weise vereint.
Mehr auf: https://simone-kermes.de/


